"Die Dämmerung des Maschinenstürmerzeitalters"

Es begab sich zu der Zeit als sämtliche Berufe langweilig geworden waren und König Tom Onon über die Globuli-Welt herrschte. Die Menschen sechzehntelten ihre Hirne, gähnten und murmelten zusammenhanglose Archivarsgedanken vor sich hin, wirr wie aus einer mitternächtlichen Fantasie, melancholisch wie das Zitronengras besprengt mit Tau, nach einer regenschweren Nacht.

Aber der Zorn lag schwer über Bahngleisen und Landstraßen, Zwiebelturmkirchen und Feldwegen, Funktürmen und den blauen Wäldern, im dumpfen Licht der roten Abendsonne. Niederdrückend wie Äther, wie überzuckerter Kinderhustensaft. Bewegungslos, dunkel und nicht zu greifen.

 Und nichts ist je vergebens, schon gar nicht der Zorn.
So also dämmerte das neue Maschinenstürmerzeitalter herauf, von keinem Werbeclip angepriesen, aber auch unbeachtet und unbesungen von den roten Damen in der Bar Pinguin.

Mit Blitzen in den Augen riefen sie, die Frauen und Männer, genannt „neue Maschinenstürmer", empört ihre Wut zu den Sternen hinauf. Und als kein Echo zu vernehmen war,
da rannten jene schließlich hinein in den Abendstern, nach Neuerung schreiend und unversöhnlich im Hass.

Nun waren die Maschinenstürmer aber wenige gewesen kleinste Einheit, nur noch in Atome aufteilbar.

Und so blieb ihr Ruf unerhört,
in der Minutenmenschen-Stadt, in den düsteren Registerkassenkathedralen.

Zurück blieben nur verwaschene Slogans an den Wänden.


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